Über interaktive Timelines

Österreichs Onlinemedien haben die interaktive Timeline entdeckt. Bei weitem am schnellsten waren die Vorarlberger Nachrichten (im März 2012, nehme ich an). Dann war lange nichts, bis dossier im Oktober das Thema neu aufs Tapet brachte.

Anfang November haben dann wir für eine US-Wahlgeschichte dasselbe Tool verwendet, mittlerweile haben wir in den letzten zwei Wochen sieben (!) Timelines veröffentlicht: Die oben bereits verlinkte US-Wahlgeschichte, dann eine “Biographie” Barack Obamas, eine Geschichte über die “unendliche Geschichte” Studiengebühren, eine Timeline zur Gewalt im Nahen Osten, eine über das Leben und Wirken des Ernst Strasser und eine Aufarbeitung der bisherigen Amtszeit von Ägyptens Präsident Mursi.

Dazwischen hat auch der Kurier eine Timeline (zu Obamas erster Amtszeit) gebastelt, die Presse hat zu Gaza nachgezogen.

Zum technischen Hintergrund ist zu sagen, dass bis auf den Kurier alle Medien Timeline JS verwendet haben. Das ist sehr einfach zu machen, es wird über ein Google Doc gespeist, es funktioniert auf mobilen Endgeräten, es schaut ganz hübsch aus. Der Kurier hat Dipity verwendet; das Programm hab ich schon länger auf meinem Radar, das ist aber aus mehreren Gründen für mich nicht in Frage gekommen: Es schaut nicht so gut aus, ist ein bisschen komplizierter anzusteuern, ist weniger flexibel und kostet ab einer gewissen Anzahl an Zugriffen etwas.

PS: Ich hab schon ein bisserl einen Timeline-Overflow.

Interaktive Netzwerkgrafiken auf derStandard.at

In den letzten Monaten war es ruhig hier im Blog. Es hat sich ziemlich viel getan, meine Aufgabe, datenjournalistische Projekte und interaktive Inhalte bei derStandard.at zu konzipieren und durchzuführen nimmt mich ziemlich in Anspruch. Das allergrößte Projekt war unser Netzwerkgrafik-Tool, das die Firma CSS-Web nach meinem Konzept für uns entwickelt hat. Bislang sind drei solche Netzwerkgrafiken online; am meisten Feedback gab es für das Inserate-Netzwerk von Kanzler Faymann, aber auch die beiden anderen waren sehr erfolgreich, damit können wir zufrieden sein. Die bei weitem größte Recherche war das Netzwerk Telekom, weniger aufwändig zu recherchieren (aber noch immer sehr aufwändig) war das Glücksspiel-Netzwerk.

Der technische Hintergrund: Die Visualisierung basiert auf der InfoVis-JS-Library. Nun, warum haben wir uns ein eigenes Tool bauen lassen und nicht einfach diese InfoVis-Library verwendet? Ein gewichtiges Argument war, dass das Tool jeder Redakteur auch ohne Programmierkenntnisse verwenden können sollte. Das haben wir so sichergestellt. Dazu haben wir uns ein paar zusätzliche Funktionen wie die Biographie-Spalte rechts und die “Timeline-Events” unterhalb der Bio einbauen lassen. Und: Die Infografik hat so auch ein eigenes Design in den CI-Farben von derStandard.at.

Über Feedback würde ich mich freuen.

Was Leute interessiert: Vornamen

Jetzt wissen wir, was Menschen wirklich interessiert: Nicht die Rüstungsgeschichten, die ich sonst schreibe, nein. Es sind Vornamen. Klar. Hat ja jeder einen. 750 Postings, viele Likes, viele Klicks: Meine Visualisierung der 2011 in Wien vergebenen Vornamen kam bei den Userinnen und Usern ziemlich gut an.

Dabei war es eigentlich nur eine Spielerei, quasi ein Nebenprodukt, das in fünf, sechs Stunden erledigt war. (Das sieht man ein bisschen an der Visualisierung, da hätte ich noch ein bisschen Zeit in das Feintuning investieren sollen.) Anschauen kann man die Geschichte wie immer auf derStandard.at.

Zu den Griechen und deren Militärausgaben

Die Griechen, die am finanziellen Tropf Europas hängen. Die Griechen, die Milliarden ins eigene Militär investieren. Diese beiden Mythen habe ich mir für eine “datengetriebene” Geschichte für derStandard.at angesehen. Die nackten Zahlen, aufgehübscht, hoffentlich, mit ein paar Grafiken, aus den unterschiedlichsten Rüstungsdatenbanken habe ich in “Griechenland, die Krise und das Militär” verpackt.

Zur Finanzierung der NATO

Viel liest, viel hört man über die NATO. Was aber kaum einer weiß ist, wie sich diese Organisation finanziert, ja wieviel Geld diese Organisation überhaupt zur Verfügung hat. Für derStandard.at habe ich die Finanzierung datenjournalistisch aufbereitet. Die Geschichte nachlesen und die Grafiken anschauen kann man hier.

Rückblick zu meinem persönlichen “Journalism Festival 2012″ in Perugia #ijf12

In der letzten Woche fand im wirklich wunderhübschen Perugia das “Journalism Festival 2012” statt. Eine ganz großartige Veranstaltung mit wirklich vielen, vielen guten Speakern.

Perugia, molto bene.

Zu ein paar der für mich wichtigsten Veranstaltungen stelle ich meine recht rudimentären und die Vortragenden maximal paraphrasierenden Mitschriften online, plus das Video dazu. (Disclaimer: Ich kann mir gut vorstellen, dass meine Mitschrift erst im Kontext ersichtlich wird, also erwartet euch nicht zu viel. Das Ganze erhebt also auf keinen Fall Anspruch auf Vollständigkeit.)

Ganz wunderhübsch, fast kitschig. Das war der Blick von der Terrasse vor dem Hotel Brufani, wo die meisten DDJ-Lectures stattfanden.

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Die Datenjournalismus-Leseliste

Was muss man lesen, wenn man sich in den Themenkreis Datenjournalismus einlesen will? Hier findet ihr eine Liste mit intelligentem Lesestoff (bzw. das, was ich dafür halte), die natürlich nicht vollständig ist – wenn ihr einen guten Text habt, der unbedingt auf diese Liste rauf soll, bitte ich um eine kurze Anmerkung unten in den Kommentaren oder auf Twitter. Wer sich schon ein bisschen mit dem Thema auskennt, wird nicht viel Neues finden – Newcomern sollte sie aber einen guten Einstieg ermöglichen. Viel Spaß damit! [Mehrfach upgedatet, zuletzt am 1. April 2012.]

Echt super, dieser Datenjournalismus. Fünf Sterne und so!

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