Interaktive Netzwerkgrafiken auf derStandard.at

In den letzten Monaten war es ruhig hier im Blog. Es hat sich ziemlich viel getan, meine Aufgabe, datenjournalistische Projekte und interaktive Inhalte bei derStandard.at zu konzipieren und durchzuführen nimmt mich ziemlich in Anspruch. Das allergrößte Projekt war unser Netzwerkgrafik-Tool, das die Firma CSS-Web nach meinem Konzept für uns entwickelt hat. Bislang sind drei solche Netzwerkgrafiken online; am meisten Feedback gab es für das Inserate-Netzwerk von Kanzler Faymann, aber auch die beiden anderen waren sehr erfolgreich, damit können wir zufrieden sein. Die bei weitem größte Recherche war das Netzwerk Telekom, weniger aufwändig zu recherchieren (aber noch immer sehr aufwändig) war das Glücksspiel-Netzwerk.

Der technische Hintergrund: Die Visualisierung basiert auf der InfoVis-JS-Library. Nun, warum haben wir uns ein eigenes Tool bauen lassen und nicht einfach diese InfoVis-Library verwendet? Ein gewichtiges Argument war, dass das Tool jeder Redakteur auch ohne Programmierkenntnisse verwenden können sollte. Das haben wir so sichergestellt. Dazu haben wir uns ein paar zusätzliche Funktionen wie die Biographie-Spalte rechts und die “Timeline-Events” unterhalb der Bio einbauen lassen. Und: Die Infografik hat so auch ein eigenes Design in den CI-Farben von derStandard.at.

Über Feedback würde ich mich freuen.

Was Leute interessiert: Vornamen

Jetzt wissen wir, was Menschen wirklich interessiert: Nicht die Rüstungsgeschichten, die ich sonst schreibe, nein. Es sind Vornamen. Klar. Hat ja jeder einen. 750 Postings, viele Likes, viele Klicks: Meine Visualisierung der 2011 in Wien vergebenen Vornamen kam bei den Userinnen und Usern ziemlich gut an.

Dabei war es eigentlich nur eine Spielerei, quasi ein Nebenprodukt, das in fünf, sechs Stunden erledigt war. (Das sieht man ein bisschen an der Visualisierung, da hätte ich noch ein bisschen Zeit in das Feintuning investieren sollen.) Anschauen kann man die Geschichte wie immer auf derStandard.at.

Zu den Griechen und deren Militärausgaben

Die Griechen, die am finanziellen Tropf Europas hängen. Die Griechen, die Milliarden ins eigene Militär investieren. Diese beiden Mythen habe ich mir für eine “datengetriebene” Geschichte für derStandard.at angesehen. Die nackten Zahlen, aufgehübscht, hoffentlich, mit ein paar Grafiken, aus den unterschiedlichsten Rüstungsdatenbanken habe ich in “Griechenland, die Krise und das Militär” verpackt.

Zur Finanzierung der NATO

Viel liest, viel hört man über die NATO. Was aber kaum einer weiß ist, wie sich diese Organisation finanziert, ja wieviel Geld diese Organisation überhaupt zur Verfügung hat. Für derStandard.at habe ich die Finanzierung datenjournalistisch aufbereitet. Die Geschichte nachlesen und die Grafiken anschauen kann man hier.

Interview zu der Landtagswahl in Schleswig-Holstein

Der Politologe David Nicholas Hopmann (den ich schon zuletzt für die Parlamentswahl in Dänemark interviewt habe) von der Universität Odense in Dänemark stand mir für ein Interview zu der Landtagswahl zur Verfügung, die morgen im nördlichsten aller deutschen Bundesländer, in Schleswig-Holstein, stattfindet. Der Fokus des Gesprächs lag auf der dänischen Minderheit, die in Schleswig-Holstein lebt. Das Spannende am Gespräch: Hopmann stammt selbst aus der dänischen Minderheit.

Nachlesen kann man seine Einschätzung und meine Fragen wie immer auf derStandard.at.

Was die NATO aus der Libyen-Intervention gelernt hat

Mein jüngster Artikel beschäftigt sich mit der NATO und wie sie versucht, die Libyen-Intervention, die vor knapp 13 Monaten gestartet wurde, zu verarbeiten. In einem Text für die US-Außenpolitik-Bibel “Foreign Affairs” haben James Stavridis (Oberkommandeur des NATO-Kommandos für Europa) und Ivo H. Daalder (US-Botschafter bei der NATO) versucht, die Intervention zu analysen. Wenig überraschend preisen sie den Einsatz als “Modellintervention”. Ein großer Teil des Lobes fällt ebenso wenig überraschend auf die USA ab, denn ohne deren militärische Durchschlagskraft wäre die Operation in dieser Dichte an Einsätzen nicht machbar gewesen. Die Autoren schließen mit der Warnung vor einem zweigeteilten Bündnis: Auf der einen Seite jene Länder (wie die USA), die militärisch Ziele erreichen, auf der anderen jene Länder, die sich auf Peacebuilding-Missionen beschränken. Diese “Bürde” der Militäreinsätze dürfe nicht auf einzelnen Ländern lasten, meinen die Autoren und fordern Europa zu mehr Einsatz (Geld, Militär) auf.

Nachlesen kann man den Text wie üblich auf derStandard.at.

US-Pläne für Drohnen mit Atomantrieb

Die Sandia National Laboratories haben gemeinsam mit Northrop Grumman (das sind die mit den Global Hawk-Drohnen) geforscht, um die Leistungsfähigkeit von Drohnen zu verbessern. Es geht vor allem um die Zeit, die die Flieger in der Luft bleiben können und um eine bessere Stromversorgung, so dass leistungsfähigere Waffen- und Überwachungssysteme betrieben werden können. Herausgekommen sind (zumindest auf dem Papier, gebaut wurde kein einziges Stück) nuklearbetriebene Drohnen, deren Leistungsfähigkeit sich angeblich um ein Vielfaches verbessert zeigt.

Was gut klingt, ruft aber auch große Bedenken hervor – was passiert, wenn so ein Ding abstürzt? Dann fliegen die radioaktiven Teile in der Gegend herum. Diese Bedenken hat aber auch die amerikanische Politik. Derzeit mangele es am “politischen Willen”, trauern die Forscher.

Ich hab dazu ein kleines Stück geschrieben, das man wie üblich auf derStandard.at lesen kann.

Rüstung: Die SIPRI-Daten für 2011

In der Nacht von Sonntag auf Montag kamen die neuen Daten des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI heraus. SIPRI ist eine der vertrauenswürdigsten Quellen für Rüstungsausgaben. Die grundlegenderen Erkenntnisse hat SIPRI selbst in einer Aussendung zusammengefasst: Der weltweite Anstieg an Rüstungsimporten um 24 Prozent im Vergleichszeitraum liegt in der großen Nachfrage von asiatischen Ländern (China, Indien, Pakistan, Südkorea, Singapur) begründet.

SIPRI zeigt auch auf, dass der Arabische Frühling keine großen Auswirkungen auf den weltweiten Wafenhandel gebracht hat. Was in diesem Kontext aber schon spannend ist: Vergleicht man den Zeitraum 2002-2006 mit jenem von 2007-2011, sind die Rüstungsimporte Syriens um 580 Prozent (!) gestiegen. (Der Großteil der Importe stammt übrigens aus Russland.)

Für derStandard.at habe ich mir Indien, den weltgrößten Importeur von Rüstungsgütern, näher angeschaut. Was haben die Inder gekauft? Bei Wem? Und warum? Diese Fragen habe ich versucht, in diesem kurzen Stück zu beantworten. Und weil ich noch ein bisschen Zeit in der Redaktion hatte, habe ich auch noch was zu den neuen SIPRI-Daten Deutschlands geschrieben. Viel Spaß damit!

Russland: Wie Putin mit seinen Kritikern umgeht

In eineinhalb Wochen wählt Russland einen neuen Präsidenten, und nachdem sich Ex-Präsident Putin dazu entschieden hat, noch einmal zu kandidieren, scheint der Ausgang auch schon klar zu sein. Trotzdem scheint der innere Zirkel um Putin nervös zu werden. Nicht anders lässt es sich sonst erklären, dass nach einer friedlichen Demonstration 20 Protestierende inhaftiert worden sind. (Zwar fand die Demonstration vor der Wahlkommission statt und sie war auch nicht genehmigt, aber trotzdem ist das keine Rechtfertigung.)

Für derStandard.at habe ich ein kurzes Stück über die derzeitigen Proteste gegen (und für!) Wladimir Putin zusammengefasst. Nachlesen kann man das hier.

Experte zu Ägypten: “Im Militär ist man über diese Vorfälle auch nicht glücklich”

Unvermittelt kam die Meldung gestern Abend um 19 Uhr 51 MEZ über den Agenturticker. “AT LEAST 25 PEOPLE DEAD IN EGYPT SOCCER PITCH INVASION” meldete Reuters. Eine Viertelstunde später lag die Opferzahl des Unglücks im Fußballstadion der nordägyptischen Stadt Port Said schon bei 40, nach zehn weiteren Minuten bei 50. Insgesamt sollen 73 Menschen ums Leben gekommen sein, mehr als 1000 Menschen wurden verletzt.

اعداد كبيرة في محطة مصر ةالهتاف يانجيب حقهم يا نموت زيهم #Por... on TwitpicAm Tag danach war der Schock noch immer groß. Die Spekulationen gingen bereits gestern spät am Abend los: War das Militär schuld? Am Nachmittag habe ich mit Michael Lüders telefoniert, der ein wenig Licht ins Dunkel der Gerüchte bringen konnte. “Es gibt zwei Szenarien, die diskutiert werden und die sich wahrscheinlich überschneiden. Zum einen Schlamperei der Sicherheitskräfte und der Behörden, die nicht gewappnet waren für einen möglichen Großeinsatz gegen Hooligans. Zum anderen gibt es Vorwürfe, dass die Staatsmacht diese Krawalle vorsätzlich provoziert habe, um abzurechnen mit der Revolution”, meinte er am Nachmittag am Telefon.

Er sprach auch über die Rolle der Ultras des Kairoer Fußballclubs Al-Ahly, der Muslimbrüder und des Militärrats. Lüders meint, dass man auch im Militär über den Vorfall nicht glücklich ist. Nachlesen kann man das Interview auf derStandard.at.